Faktisch betrachtet: Fit gegen Fake News

von Laura Hänsch und Stephan Seiffert | Stiftung Digitale Chancen (Gastbeitrag) | 12.10.2021

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© Stiftung Digitale Chancen und Telefónica o2

Falsche Behauptungen und gefälschte Informationen können einem überall begegnen. Doch im digitalen Raum kommen sie häufiger vor und verbreiten sich wesentlich schneller. Wer digital unterwegs ist, tut also gut daran über das nötige Handwerkszeug zu verfügen, um die Glaubwürdigkeit von Nachrichten und Informationen einschätzen zu können. 

Über Desinformationen im Netz aufklären

So kursierten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie diverse Falschnachrichten im Netz über das Virus, die für zusätzliche Verunsicherung in der Bevölkerung sorgten. Auch in der Politik spielen gezielte Desinformationen eine immer größere Rolle. Detailliert untersucht und vielfach nachgewiesen wurde das beispielsweise beim Wahlkampf in den USA 2016 zwischen Hillary Clinton und Donald Trump, der insbesondere über das Internet mittels Desinformationen geführt wurde.

Doch wer glaubt, Fake News und politisch motivierte Desinformationen gäbe es nur in den USA, irrt – auch hierzulande konnte man im Vorfeld der Bundestagswahl beobachten, wie Falschmeldungen, irreführende Nachrichten und Schmutzkampagnen zur Diffamierung von Politiker*innen oder Parteien eingesetzt und im Internet verbreitet wurden. Die politische Meinungsbildung und demokratische Willensäußerung sollte dadurch gezielt beeinflusst werden. Umso wichtiger ist es, umfassend über Desinformationen im Netz aufzuklären und den Bürger*innen das nötige Wissen an die Hand zu geben, mit dem sie – nicht nur zur Bundestagswahl – Falschinformationen identifizieren können.

Auch Ältere mit Lern- und Aufklärungsangeboten erreichen

Weil das Thema Desinformation im Netz nicht neu ist, gibt es bereits eine Vielzahl an (digitalen) Lern- und Aufklärungsangeboten. Diese adressieren jedoch meist ein jüngeres Publikum. Ältere Menschen werden davon kaum angesprochen, obwohl die über 65-Jährigen einen immer größeren Anteil an der Gesamtbevölkerung ausmachen und auch immer mehr Ältere online sind. Laut der aktuellen „Digital Skills Gap“ Studie der Initiative D21 glaubt nur etwa die Hälfte der Befragten ab 60 Jahren, dass sie seröse von unseriösen Nachrichten im Internet unterscheiden kann – bei den Befragten ab 75 Jahren sind es nur noch 37 Prozent (D21-Digital-Index 2020/2021).

Hier setzt das Informationspaket „Faktisch betrachtet“ an, das im Rahmen des Kooperationsprojekts „Digital mobil im Alter“ der Stiftung Digitale Chancen und Telefónica o2, entwickelt wurde.

Das Angebot richtet sich gezielt an Ältere und besteht aus den folgenden Komponenten:

  • Erklärvideos, die sich anhand anschaulicher Beispiele den Fragen widmen, was Fake News sind, wo wir diesen begegnen und wie wir sie entlarven können.
  • Eine Checkliste mit Fragen, die man an eine Nachricht stellen kann, um sie auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Die Checkliste enthält außerdem Linktipps zu weiterführenden Informationen.
  • Das Online-Quiz „Dem Fake auf der Spur“, um spielerisch sein Wissen zu Fake News zu testen und Neues zu erfahren – u.a. zu Deepfakes, Social Bots und Clickbaits.
  • Die Video-Gesprächsreihe „Faktisch betrachtet!!!“, in der Senior*innen ins Gespräch mit Vertreter*innen aus Politik, Journalismus und Wissenschaft kommen. Mit dabei sind u.a. Konstantin von Notz, Omid Nouripour, Elke Schilling, Prof. Mojib Latif u.v.m.
  • Dialogveranstaltung: Am 25. Oktober 2021 findet eine öffentliche Veranstaltung inkl. Podiumsdiskussion im Telefónica Basecamp in Berlin statt. Dabei wird auf den Wahlkampf zurückgeblickt und erörtert, welchen Einfluss Desinformationen auf den Wahlausgang hatten. Ebenso wird thematisiert, wie man sich vor Fake News schützen kann.
    Die Veranstaltung wird als Hybrid-Format umgesetzt, sodass Personen aus ganz Deutschland digital teilnehmen und Fragen stellen können.

     

Keine Frage des Alters

Die entwickelten Materialien können sowohl privat als auch in Lernangeboten eingesetzt werden. Auch wenn das Informationspaket insbesondere ältere Menschen ansprechen und dazu anregen soll, sich näher mit dem Thema auseinanderzusetzen, sind die Materialien gut für andere Altersgruppen nutzbar. Mithilfe der Checkliste kann geübt werden, woran man Fake News entlarven kann. Die Videoreihe kann als Gesprächs- und Diskussionsanlass dienen und das Online-Quiz kann eingesetzt werden, um das Gelernte zu wiederholen und den Lernfortschritt spielerisch auf die Probe zu stellen.

Fake News sind ein Phänomen, das uns auch in den nächsten Jahren noch begleiten wird. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema ist daher keine Frage des Alters; ob jung oder alt – wir alle sollten für das Thema sensibel sein und lernen, Nachrichten auf ihre Glaubwürdigkeit zu prüfen und kritisch zu hinterfragen, bevor wir diese teilen oder weiterleiten.
 

Über das Projekt

Bereits seit 2012 setzt die Stiftung Digitale Chancen in Kooperation mit Telefónica O2 das Projekt „Digital mobil im Alter“ um. Ziel des Projekts ist es, die digitale Teilhabe älterer Menschen zu fördern: Das geschieht zum einen über die Ausleihe von Tablet-PCs an Senioreneinrichtungen, um Senior*innen einen Zugang zur digitalen Welt zur ermöglichen, zum anderen über innovative Begleitangebote wie virtuelle Spielerunden, Digitale Spaziergänge und Informationsveranstaltungen, die Ältere zur Nutzung digitaler Medien motivieren und zur Auseinandersetzung mit digitalen Themen anregen sollen.
Stephan Seiffert und Laura Hänsch verantworten das Projekt auf Seiten der Stiftung Digitale Chancen.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es hier: www.digital-mobil-im-alter.de
Kontakt: team@digital-mobil-im-alter.de

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