Kurs II Modul 1 - Mediennutzung in der digitalen Gesellschaft

Geschätzte Dauer
30 Minuten
Intro

In diesem Modul bearbeiten Sie die folgenden Themen:

  • Nutzungsvorlieben von Medienangeboten in der digitalen Gesellschaft
  • Motive der Mediennutzung und Gründe für ein verändertes Rezeptionsverhalten
  • Nutzung von Nachrichtenangeboten und Wahrnehmung von Desinformation
  • Unterrichtsvorschläge für die Reflexion der eigenen Mediennutzung 

Jeder Kurs besteht aus zwei Modulen, die immer gleich aufgebaut sind. Sie beginnen mit einem Input, der aus mehreren Infoblöcken bestehen kann. Darauf folgt eine Reflexion zur persönlichen Standpunktbestimmung. Nach einem weiteren Input folgen Unterrichtsideen in der Werkstatt. Jedes Modul schließt mit einem Test ab.

Input

Wissen Sie noch, wann Sie gestern welche Medien genutzt haben? Und wissen Sie auch noch wie lange? Und warum haben Sie die jeweiligen Medien zu diesem Zeitpunkt gewählt? Damit beschäftigen sich die Mediennutzungs- und Medienrezeptionsforschung, deren Zielstellung Sie im ersten Input kennenlernen. Anhand von Ergebnissen verschiedener Studien dieser Forschungsfelder erhalten Sie anschließend einen Einblick - auch in eine sich verändernde Mediennutzung von Internet, Social Media, Audio, Bewegtbild und Text. 

Aus diesen verschiedenen Informationen entsteht ein Gesamtbild, das zeigt, wie groß der Einfluss von Mediennutzung auf die Alltagsgestaltung, die Wahrnehmung von Welt und damit auf die Gesellschaft insgesamt ist. Dazu gehören auch die Möglichkeiten zur Verbreitung von Desinformation.

Welche Themen decken Mediennutzungs- und Medienrezeptionsforschung ab?

Statistiken

Die Mediennutzungs- und Medienrezeptionsforschung behandelt die Erhebung und Auswertung von Daten zur Nutzungsdauer von Medien und den Motiven für Mediennutzung.

  • Die Mediennutzungsforschung beschäftigt sich grundsätzlich mit der Reichweite unterschiedlicher Medien und der Zusammensetzung des jeweiligen Publikums (soziodemographische Struktur), was je nach Forschungsfrage bzw. Forschungsansatz entsprechend ausdifferenziert wird. 
     
  • In der Medienrezeptionsforschung werden die Motive für Mediennutzung, mit dem zugrunde liegenden Auswahlverhalten, und die soziale Bedeutung der Mediennutzung für das Publikum behandelt. 

Abhängig davon, welches Ziel die Datenerhebung verfolgt, wird das Publikum eher als passiver Konsument von Medienangeboten oder als aktiv auswählend und steuernd betrachtet. Die Medienvorlieben und Nutzungsmuster können demnach individuellen Bedürfnissen folgen, situationsbezogenen Veränderungsprozessen unterzogen sein und auch durch strukturelle Rahmenbedingungen von Gesellschaft und Mediensystem bzw. Medienangeboten beeinflusst werden.

Mediennutzung steht in Wechselwirkung mit gesellschaftspolitischen Prozessen. Sie wird davon beeinflusst, hat selbst Einfluss darauf und ist darüber hinaus für die werbetreibende Wirtschaft von Wert.

Je nach Forschungsfrage und den dahinter liegenden Ansätzen und Interessen, präsentieren die Forschungsergebnisse die Beschreibung, Erklärung oder Vorhersage von Mediennutzung und bieten sowohl für unterhaltende als auch für informierende journalistische Medienproduzent*innen wichtige Informationen zur Einschätzung der Publikumsvorlieben.

Welche Veränderungen der Medienlandschaft bzw. des Medienangebots haben Einfluss auf die Mediennutzung oder auch umgekehrt? Nachfolgend lernen Sie dazu einige Eckpunkte kennen.

Welche Aspekte müssen berücksichtigt werden, um Veränderungen im Umgang mit Medien zu verstehen?

Medienumgang ist maßgeblich von den zur Verfügung stehenden Medienangeboten und der individuellen Geräteausstattung abhängig. So waren z. B. erst ab Mitte der 1970er Jahre nahezu alle Haushalte mit Radio und TV ausgestattet und das Programmangebot war noch sehr begrenzt. Die Einführung des Privatfernsehens und die Umstellung auf das 24-Stunden-Programm veränderte die Sehdauer und Sehgewohnheiten (siehe auch Kurs 1 Modul 1, Zeitleiste Mediengeschichte). Neue technologische Entwicklungen z. B. für Abspiel- und Aufnahmegeräte von audio(visuellen) Angeboten (Schallplatte, Kassette, Videokassette, BlueRay, DVD etc.), die zunehmende Ausstattung mit PC, Laptop, Tablet bzw. Smartphone, SmartWatch oder Smartspeaker sowie neue Übertragungswege (DVBT, DAB, W-LAN, 5G) und die Veränderung des Medienmarktes haben fortwährend die Nutzungsdauer und den Nutzungszweck von Medien beeinflusst.
 

Mediennutzung und Generationenzugehörigkeit

Auch das Lebensalter und die Generationenzugehörigkeit haben Auswirkung auf den Mediengebrauch. Das betrifft sowohl die Auswahl und den Umgang mit inhaltlichen Angeboten als auch die Medienausstattung. (Die ab 1980 Geborenen sind mit einem anderem Medienportfolio sozialisiert als die zuvor geborenen Generationen und werden je nach Studie als “Digital Natives” gefasst, da sie mit digitalen Technologien aufgewachsen sind und sie gut handhaben können. Wobei der Begriff kritisch zu sehen ist, denn die Nutzungsmotive dieser Jugendlichen unterscheiden sich nicht von denen früherer Generationen und sie sind nicht “medienkompetenter”, wenn es um die Einschätzung von potentiellen Risiken wie zum Beispiel Desinformation im digitalen Raum geht.)

Die Veränderungen im Umgang mit Medienangeboten kann daher nicht nur auf der Grundlage aktueller Studienergebnisse verstanden werden. Die Einordnung in Forschungsergebnisse, die über einen längeren Zeitraum erhoben werden, eröffnen neue Betrachtungsweisen von Medientrends, die Weiterentwicklungen neuer Medienangebote und die Einschätzung ihrer gesellschaftlichen Wirkungen.

Bevor Sie gleich etwas ausführlicher in die Welt der Statistiken abtauchen, gibt es hier zur Einstimmung vorab eine kleine Aufgabe. Versuchen Sie die Zahlen auf der linken Seite zu den passenden Aussagen auf der rechten Seite zu ziehen. Was glauben Sie, welche Informationen gehören zusammen?

Medien-Trends und Lebenswelt

“Es gibt keine Medien-Trends ohne gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Denn mit der Nutzung der Medien behandeln die Menschen nicht zuletzt ihre Lebenswelt. Sie suchen nach Rückzugsmöglichkeiten, nach Orientierung, nach neuen Perspektiven und im Endeffekt nach Erzählformen für ihre Wirklichkeit. Es gilt daher immer auch, das Verhältnis von Medien und dem erlebten Alltag der Menschen im Blick zu behalten.” (1)

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  1. Buggert, Sebastian, rheingold institut, In: Studie Mediennutzung 2024, WDR media group, S. 3

Von den Ergebnissen aktueller Studien erhalten Sie einen Einblick in die heutige Mediennutzung. Ausgehend von Zahlen zur allgemeinen Mediennutzungsdauer, können Sie anschließend die Nutzungszahlen der verschiedenen Medienbereiche entdecken.

Wie sieht Mediennutzung heute aus?

Die Medienlandschaft und die Bandbreite ihrer Angebote verändern sich kontinuierlich. Im Wettbewerb um die Aufmerksamkeit des Publikums platzieren sich neue Player im Medienmarkt neben den klassischen Medienanbietern. Neue digitale Dienste bzw. cross- und multimediale Formate verändern das Spektrum (Netflix, Amazon Prime Video, Spotify, YouTube, TikTok, Siri etc.). Traditionelle Format-Abgrenzungen zwischen den Anbietern sind nahezu verschwunden. Inhalte werden von allen Anbietern auf vielfältige Weise plattformübergreifend zur Verfügung gestellt oder auch zielgerichtet produziert (Podcast- und Fernsehformate von Zeitschriften,  Fernsehprogramme in Audiotheken, Musiktitel auf YouTube etc.). Klassische Medienanbieter stehen neben Streamingdiensten, Plattformen, Sozialen Medien mit Bewegtbildformaten, Media- oder Audiotheken und Printangeboten.

Dies ermöglicht zunehmend eine orts- und zeitunabhängige, personalisierte Mediennutzung. Um sich in der Vielfalt der Angebote zurechtfinden zu können, dienen Rankinglisten, Empfehlungen aus dem persönlichen Umfeld oder auch Empfehlungen von prominenten Persönlichkeiten der Orientierung (geteilte Beiträge, Playlisten, Vorschläge auf Twitter oder anderen Kanälen etc.).

Wie sieht Mediennutzung heute aus?

Entwicklung der Mediennutzungsdauer

Aber trotz des wachsenden Angebotes stagniert die Mediennutzungsdauer.

“Die Stabilität der Brutto-Mediennutzungsdauer 2020 (einschließlich nicht-medialer Internetnutzung) im Vergleich zu den Studienergebnissen 2015 könnte ein Indiz dafür sein, dass den Rezipienten trotz der Vielfalt und des kontinuierlichen Wachstums von Angeboten mit multiplen Zugangswegen eine zeitliche Grenze im Alltagsleben gegenübersteht, und die Nutzungsvolumina sich dieser angenähert haben. Eine Sättigungsgrenze scheint erreicht.” (1)

In der Gruppe der 14-29-Jährigen ist allerdings eine höhere Brutto-Mediennutzungsdauer zu sehen, als in den anderen Altersgruppen. Sie ergibt sich durch die zunehmend parallele Nutzung von mehreren Medienangeboten (Fernsehen läuft neben Online-Kommunikation, Gaming etc.). 

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  1. Breunig, Christian, Handel, Marlene und Kessler, Bernhard, Ergebnisse der ARD/ZDF-Langzeitstudie, Massenkommunikation 1964-2020: Mediennutzung im Langzeitvergleich. In: Media Perspektiven 7-8/2020, S. 413

Wie sieht Mediennutzung heute aus?

Aktuelle Mediennutzungsdauer

Alle Menschen in Deutschland nutzen Medien. Das sagt die Erfassung der Tagesreichweite von 99 % der Langzeitstudie ARD/ZDF-Massenkommunikation 2020. Die Tagesreichweite erfasst alle Personen, die in mindestens einem Viertelstunden-Intervall über den gesamten Tag von 5 bis 24 Uhr eine Tätigkeit ausüben. Die durchschnittliche Nutzungsdauer beträgt 424 Minuten am Tag, das sind mehr als 7 Stunden. Fast 4 Stunden (213 Minuten) entfallen dabei auf Bewegtbild, fast 3 Stunden (179 Minuten) auf Audio und 53 Minuten auf Textbeiträge. (1)

Medien sind also ständige Alltagsbegleiter.

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  1. ARD/ZDF-Massenkommunikation, Langzeitstudie 2020, ARD/ZDF-Forschungskommission, S. 8

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Medieninhalte werden zunehmend online genutzt. Auch für Kommunikation ist ein Internetzugang notwendig. Denken Sie noch darüber nach, dass das Internet die Grundlage für die Nutzung vieler Apps bzw. Dienste ist? Nehmen Sie es noch als eigenständiges Medium wahr? Als nächstes erfahren Sie dazu die aktuellen Daten zur Nutzung.

Wie wird das Internet genutzt?

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86% der deutschen Bevölkerung nutzt das Internet, davon 74% auch mobil über das Mobilfunknetz.

Wie wird das Internet genutzt?

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Die jüngeren Nutzer*innen sind fast alle online.

Wie wird das Internet genutzt?

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Mit einer Tagesreichweite von 72% wird das Internet von einem Großteil der Bevölkerung genutzt. Jede*r Zweite nutzt es für mediale Internetangebote und nahezu jede*r Zweite für die Kommunikation.

Die Bandbreite typischer Internetanwendungen reicht vom Online-Shopping bis zum E-Learning. Was schätzen Sie, welche besonders häufig verwendet werden? Bestimmt können Sie sich an Ihrem eigenen Nutzungsverhalten orientieren?

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Soziale Medien und Messenger ermöglichen Vernetzung, Austausch und Kommunikation und gehören mittlerweile zum Alltag. Ist das bei Ihnen auch so? Im nachfolgenden interaktiven Video sehen Sie Ergebnisse von Befragungen zu diesem Thema. Sobald das Video stoppt, ist Ihre Einschätzung gefragt.

Konnten Sie die Fragen im Video gleich richtig beantworten? Dann können Sie die Mediennutzung zu Sozialen Medien und Messenger-Angeboten offenbar gut einschätzen. In den nächsten Abschnitten folgen Zahlen zur Bewegtbild-, Audio- und Textnutzung. Zwischendurch können Sie auch wieder aktiv werden und die Lücken in den Texten schließen. Ziehen Sie einfach die passenden Worte oder Zahlen an die richtigen Stellen.

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Welche Gründe haben Sie für Ihre Mediennutzung? Suchen Sie Inspiration oder Entspannung oder vielleicht auch beides gleichzeitig? Gehört digitale Kommunikation bei Ihnen dazu? Sehen Sie eine Auswahl von häufig genannten Mediennutzungmotiven im kommenden Abschnitt.

Welche Motive gibt es für die Mediennutzung?

Es gibt vielfältige Anlässe und Gründe zur Mediennutzung. In verschiedenen Altersgruppen ist die Gewichtung zwar unterschiedlich stark, doch die Motive sind die gleichen. Neben der  Suche nach Unterhaltung, Information, Alltagstipps und Entspannung, stehen auch soziale Orientierung und Motive, wie “sich nicht alleine fühlen” oder “mitreden können”. Medien können darüber hinaus der Alltagsstrukturierung dienen und werden im Tagesverlauf entsprechend eingesetzt.

“Information” wird in allen Medienbereichen von Fernsehen, über Radio, Internet- und Printangeboten wie Tageszeitungen erwartet. Das Nutzungsmotiv “Spaß” wird allen Medienbereichen außer Print zugeordnet. Verschiedene Bewegtbildangebote (lineares Fernsehen, Beiträge in Mediatheken, Fernsehsendungen/Videos auf YouTube o. a. Videoportalen, Streamingdienste) befriedigen unterschiedliche Bedürfnisse. Auf der Suche nach Informationen werden eher lineare Fernsehangebote oder YouTube genutzt. Auf der Suche nach Spaß oder Entspannung gekoppelt mit einer selbstbestimmten Nutzung werden Streamingangebote genutzt. (1)

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  1. ARD/ZDF-Massenkommunikation, Langzeitstudie 2020, ARD/ZDF-Forschungskommission, S. 40

Welche Motive gibt es für die Mediennutzung?

Nutzungsmotive im Überblick:

  • Information 
  • Denkanstöße/Anregungen
  • Alltagsorientierung
  • Mitreden können/Anschlusskommunikation
  • Meinungsbildung
  • Partizipation
  • Belohnung
  • Entspannung
  • Spaß
  • Ablenkung
  • Gewohnheit
  • Tagesstrukturierung
  • Nicht alleine fühlen

Welche Motive gibt es für die Mediennutzung?

Mediennutzung im Tagesverlauf

Radio ist das Begleitmedium, das den gesamten Tag über genutzt wird. Morgens bzw. vormittags zwischen 7.00 Uhr und 10.00 Uhr ist die stärkste Nutzung, die sich dann im Tagesverlauf einpendelt und erst in den Abendstunden zurückgeht.

Fernsehnutzung liegt am Vormittag unter 10%, steigt dann aber stark in den Abendstunden an. Tageszeitungen und Zeitschriften werden vormittags zwischen 7.00 Uhr bis 10.00 Uhr gelesen, danach haben sie nahezu keine Relevanz mehr im Tagesverlauf.

Die Internetnutzung bleibt nahezu gleich über den Tag verteilt. Ohne Berücksichtigung beruflicher oder privater Anwendung, ist die Nutzung zwischen 10.00 Uhr und 23.00 Uhr relativ konstant. 

Ab dem späten Nachmittag bis in die frühen Abendstunden beginnt sich die Nutzung der verschiedenen Medien zu überschneiden und sie werden tendenziell parallel genutzt. (1)

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  1. Vgl. Giersberg, Frank, Leibiger, Johannes, In: Mediennutzung in Deutschland 2019, VAUNET-Mediennutzungsanalyse, VAUNET -Verband Privater Medien e.V.

Bevor Sie mehr zum Mediennutzungsverhalten insbesondere in Bezug auf Nachrichtennutzung erfahren, können Sie im nachfolgenden Abschnitt Ihren eigenen Umgang mit Medien reflektieren.

Reflexion

Bei diesen Reflexionsfragen gibt es keine “falschen” und “richtigen” Antworten, vielmehr geht es darum, das eigene Verhalten oder Ihre Einschätzungen zu reflektieren. Die Auswertung zeigt Ihnen, wie die anderen Teilnehmer*innen geantwortet haben. Die Reflexionsfragen können auch Einstieg in eine Unterrichtsstunde sein.

Input

Im nachfolgenden Input stehen die Nutzung von Nachrichtenangeboten und das Thema Desinformation bei der Medienrezeption im Mittelpunkt. Sie erfahren, welche Medien zum Informieren genutzt werden, welche Veränderungen in den Nutzungsgewohnheiten sichtbar werden, wie es mit dem Vertrauen in Nachrichtenangebote aussieht und wie Desinformation wahrgenommen wird.

Wie werden Nachrichtenangebote zur Information genutzt?

Nachrichtenangebote sind von großem Interesse und werden in Deutschland sowohl in den traditionellen Medienangeboten wie Fernsehen oder Radio, als auch im Internet genutzt. Hier gehören die Online-Angebote der traditionellen Medien ebenso wie Soziale Medien zu den Informationsquellen.

Allerdings gibt lediglich etwas mehr als ein Drittel der Befragten das Internet als Hauptquelle für Nachrichten an. Dieser Anteil verdoppelt sich jedoch nahezu, wenn nur eine jüngere Zielgruppe (18 - 24 Jahre)  betrachtet wird. Hier verschiebt sich die Nutzung von Nachrichtenangeboten weg von Fernsehen, hin zu Internetangeboten.

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Da Online-Nachrichtenangebote über den ganzen Tag verteilt immer mal wieder abgerufen werden können, verändert sich auch das Nutzungsverhalten. Das wird “News Snacking” und “News will find me” genannt und im nächsten Abschnitt kurz erklärt. Vielleicht kennen Sie das Nutzungsverhalten bereits von sich selbst?

Welche Veränderungen gibt es bei der Rezeption von Nachrichtenangeboten?

News Snacking

Nachrichten werden online insbesondere von jüngeren Nutzer*innen aus verschiedenen Quellen bezogen. Die Zeit für Nachrichtennutzung mit dem Smartphone ist mit insgesamt 12 Minuten geringer als über andere Geräte und Medien (Fernsehen: 30 Min., Print: 22 Min., Radio: 20 Min., Tablet: 18 Min., PC: 15 Min.) - allerdings wird das Smartphone zum Nachrichtencheck häufiger am Tag genutzt. Dieses Nutzungsmuster wird mit dem Begriff des “News Snacking” beschrieben. Einerseits bietet dieser Umgang eine größere Anzahl von Informationsquellen und Partizipationsmöglichkeiten, andererseits bleiben Informationen eher oberflächlich.

News will find me

Ein anderer Aspekt ist die Annahme, dass Nachrichten, auch ohne besonderen zielgerichteten Suchaufwand, automatisch die Nutzer*innen über Soziale Medien erreichen. „Um informiert zu sein, muss ich nicht mehr aktiv nach Nachrichten suchen, denn wenn es wichtig ist, erreichen mich solche Nachrichten früher oder später automatisch.“ Die Einstellung “News will find me” verändert den Blick auf die Nachrichten- bzw. Informationslieferanten. Das persönliche Umfeld wird hier als Nachrichtenquelle wichtiger, als traditionelle Nachrichtenkanäle. (1)

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(1) Vgl. Gleich, Uli:  Nachrichtennutzung im Internet, In: Media Perspektiven 1/2020, S. 33 -37 Online: https://www.ard-werbung.de/fileadmin/user_upload/media-perspektiven/pdf/2020/0120_ARD-Forschungsdienst.pdf

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Im nächsten Video gibt es ausgewählte Studienergebnisse zur Wahrnehmung von Desinformation bei der Mediennutzung. Wie sieht es mit Ihrem Vertrauen in die Medienberichterstattung aus? Und auf welchen Plattformen oder zu welchen Themen waren Sie schon mit Desinformation konfrontiert?

Wie sicher fühlen Sie sich im täglichen Umgang mit Medien? Wie eignen Sie sich neues Wissen dazu an? Der Gebrauch von Smartphone oder Sozialen Netzwerken ist für Sie keine Herausforderung? Aber können Sie auch Fachbegriffe aus den Bereichen der Digitalisierung und Medien erklären? Und könnten Sie an Diskursen dazu souverän teilnehmen? Die Selbsteinschätzung ist gar nicht so einfach, wie die folgendenden Studienergebnisse zeigen. Im nächsten Text brauchen Sie zwar keine Fachbegriffe erklären, aber Sie können die Lücken im Text mit den richtigen Wörtern füllen.

Die nachfolgende Grafik zeigt Ihnen anhand von Beispielen zusammenfassend aktuelle Trends in der Mediennutzung, die sich besonders aus einem veränderten Mediennutzungsverhalten der jüngeren Zielgruppen ergeben. Wie findet sich Ihr eigenes Mediennutzungsverhalten dort wieder?

Klicken Sie auf die Plus-Zeichen im Bild, um die dahinter liegenden Informationen zu sehen.

Hören Sie abschließend die Perspektive des Medienproduzenten und YouTubers Mirko Drotschmann (MrWissen2go) zum Einfluss der Mediennutzung und Medienentwicklung auf seine Arbeit.

Third-party content

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Miniaturbild
Werkstatt

Hier finden Sie Vorschläge, wie Sie das Thema Mediennutzung im Unterricht einbinden können. Die Sammlung wächst mit Ihren Ideen - es lohnt sich also immer wieder, vorbei zu schauen. Viele weitere Ideen für Ihren Unterricht finden Sie im Bereich “Materialien”.

Test

Jetzt können Sie testen, ob Sie alle Fragen zum Modul 1 schon beantworten können. Viel Spaß dabei!

Fertig! Sie haben das Modul jetzt abgeschlossen. Sie haben erfahren, welche Medien wie und warum genutzt werden und auch wie die Informationen und Zahlen zu diesen Aussagen erhoben werden. Sie können aus den Umfrageergebnissen sowohl gegenwärtiges Mediennutzungsverhalten als auch Veränderungen und Trends in der Nutzungsentwicklung ablesen. So erschließt sich auch, wie Desinformation entstehen, platziert und verteilt werden kann.

Im nächsten Modul erfahren Sie, wie Jugendliche mit Medien umgehen, neue Trends setzen und wie sie das Thema Desinformation bei ihrer Medien- und Nachrichtennutzung wahrnehmen.

 

Outro

Hier geht es direkt zu Modul 2 dieses Kurses. Vielleicht interessiert Sie jetzt aber ein anderes Kursthema? Im Kurs III geht es z. B. um Meinungsbildung im digitalen Raum oder im Kurs IV um Entstehung und Funktionen von Desinformation. Einen Überblick zu allen Kursthemen und Modulen finden Sie hier.

Sie wissen, wenn Sie sechs Module absolvieren, dazu eines unserer Webinare oder eine Vor-Ort-Veranstaltung besuchen oder uns Unterrichtsmaterial zur Verfügung stellen, erhalten Sie ein persönliches weitklick-Zertifikat. Dieses Zertifikat enthält die von Ihnen bearbeiteten Inhalte, sowie den Zeitumfang Ihrer Teilnahme.

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