FAQs

In unseren FAQs finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Projekt.

 

Worum geht es bei weitklick?

Desinformation im Internet - gefälschte und falsche Nachrichten, Verschwörungstheorien und extremistische und propagandistische Inhalte - gefährden die demokratische Gesellschaft. Insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene sind auf vertrauenswürdige Informationen angewiesen, um politische Ereignisse zu bewerten und eigene Meinungen zu entwickeln. Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte nehmen in diesem Prozess eine Schlüsselrolle ein.

Mit einem vielfältigen Blended-Learning-Fortbildungsprogramm - bestehend aus Onlinekursen, Unterrichtsmaterialien, Webinaren und Vor-Ort-Veranstaltungen will weitklick Lehrer*innen an weiterführenden allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen dabei unterstützen, das Thema Desinformation im digitalen Raum dauerhaft und anlassbezogen in den Unterrichtskontext zu integrieren. Journalist*innen begleiten und unterstützen sie dabei mit ihrer Expertise in Veranstaltungen, lokalen Netzwerken oder Schulbesuchen. Ein Beirat mit Expert*innen aus Wissenschaft, Medienschaffenden, Politik und Bildungspraxis sichert die fachliche Qualität des Angebots.

Alle Angebote von weitklick sind kosten- und werbefrei. Die bereitgestellten Inhalte stehen als Open Educational Ressources unter einer freien Creative Commons Lizenz (CC-BY-SA 4.0<) zur Verfügung und können entsprechend der Lizenzbedingungen beliebig eingesetzt, angepasst und weiterverbreitet werden.

 

Wofür steht das Projekt ein?

weitklick steht für einen demokratischen, offenen und partizipativen digitalen Raum. Dafür ist ein sachkundiger Umgang mit Informationen grundlegend notwendig. Nicht nur Heranwachsende, sondern auch ihre Lehrer*innen müssen Falschmeldungen erkennen und einordnen können, deren Ziele und Mechanismen analysieren und sich an möglichen Gegenreaktionen der digitalen Zivilgesellschaft beteiligen können bzw. diese initiieren. Dazu gehört für weitklick auch, dass jede*r sich der eigenen Rolle im digitalen Raum bewusst sein muss und für seine demokratischen Grundwerte eintreten kann. Dazu braucht es Informations- und Medienkompetenz, um mündig und selbstbestimmt mit digitalen Anwendungen, Kommunikationsmitteln und den in ihnen enthaltenen Informationen umgehen zu können.

Unter dem Begriff der Desinformation werden verschiedene Phänomene wie z.B. falsche und gefälschte Nachrichten, Verschwörungstheorien und extremistische und propagandistische Inhalte subsumiert. Diese sind dabei nicht nur ein Phänomen des Digitalen, sondern auch der “realen” Welt. Ihnen zu Grunde liegen oft Einstellungen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit oder der Ungleichwertigkeit von Personen. Sie werden für politische, finanzielle oder egoistische Zwecke genutzt. Aus diesem Grund ist es für weitklick besonders wichtig, auch auf die gesellschaftlichen Ursachen und Hintergründe von Desinformation aufmerksam zu machen.

Der Begriff „Fake News“ wird aus verschiedenen Gründen kritisch gesehen und sehr unterschiedlich verstanden und eingesetzt. In den letzten Jahren ist er oft instrumentalisiert worden, um den klassischen Nachrichtenjournalismus zu diskreditieren. Wir verwenden den Begriff “Fake News” hingegen im Sinne seiner deutschen Übersetzung als “Falschnachrichten”. Im Rahmen des Projekts benutzen wir ihn als Schlagwort, da er häufig verwendet wird, um für das Thema Desinformation zu sensibilisieren.

 

Mit wem arbeiten wir im Projekt weitklick zusammen?

weitklick versteht sich als Netzwerkprojekt. Gemeinsam mit vielen bereits aktiven Initiativen gegen Hass und Hetze im Netz, gegen digitale Gewalt und gegen Fake News wollen wir Schulen und Lehrende dabei unterstützen, das Thema Desinformation aktiv in ihren Unterricht einzubringen. Wir sind dabei bestrebt, das Netzwerk stetig zu erweitern und auszubauen. Dabei garantiert ein Projektbeirat mit Vertreter*innen aus Wissenschaft, Journalismus, Politik und Bildungspraxis einen kontinuierlichen Fachaustausch.

 

Mit wem arbeiten wir im Projekt weitklick nicht zusammen?

weitklick steht für eine offene und faktenbasierte Debattenkultur im digitalen Raum. Aus diesem Grund kooperieren wir nicht mit Personen, Medien oder Einrichtungen, die Verschwörungstheorien oder Falschnachrichten verbreiten und journalistische Institutionen als “Lügen- oder Systempresse” verunglimpfen - ganz egal aus welchem politischen Spektrum.

weitklick ist überparteilich und politisch unabhängig. Wenn in Materialien oder auf Veranstaltungen politische Perspektiven Dritter wiedergegeben werden, so sind sie klar als solche gekennzeichnet. Nicht oder nicht unkommentiert berücksichtigen wir Stimmen, die gegen journalistische Vielfalt und Unabhängigkeit eintreten oder die das Problem der Desinformation im digitalen Raum leugnen.

 

Wie garantieren wir die Unabhängigkeit und die Qualität des Projektes?

weitklick versteht sich als unabhängiges Angebot, das auf wissenschaftlicher und fachlicher Basis Inhalte, Theorien, aktuelle Debatten und Beispiele aus der schulischen Praxis vermittelt. Zur Einhaltung dieser Standards nutzen wir die folgenden Maßnahmen:

  • Alle Inhalte werden durch unabhängige pädagogische Expert*innen erstellt und begleitet
  • Feedbackprozess mit Fachexpert*innen aus Politik, Wissenschaft, pädagogischer Praxis und Journalismus
  • Pilotevaluation mit einer Testgruppe von Lehrer*innen, kontinuierliche Evaluation der erstellten Inhalte
  • Zertifizierung der Onlinekurse durch Landesfortbildungsinstitute und Universitäten geplant
  • Diskurs von Inhalten und Themen in einem breiten zivilgesellschaftlichen Netzwerk

Der Förderer Google.org hat keinerlei Einfluss auf die Inhalte des Angebots.

 

Was ist die FSM und welche Aufgaben erfüllt sie?

Die gemeinnützige Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM e.V.) ist eine anerkannte Selbstkontrolleinrichtung für den Bereich Telemedien. Der Verein engagiert sich maßgeblich für den Jugendmedienschutz – insbesondere die Bekämpfung illegaler, jugendgefährdender und entwicklungsbeeinträchtigender Inhalte in Online-Medien.

Die umfangreiche Aufklärungsarbeit und Medienkompetenzförderung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gehören zu den weiteren Aufgaben der FSM. Mit Projekten wie medien-in-die-schule.de oder Elternguide.online setzt sich die FSM bereits seit vielen Jahren für die Medienbildung von Heranwachsenden, Eltern, Lehr- und pädagogischen Fachkräften ein.

Die FSM ist seit dem Januar 2020 als erste Einrichtung der Regulierten Selbstregulierung nach  dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) anerkannt. Das NetzDG ist ein am 1. Oktober 2017 in Kraft getretenes Gesetz zur Verbesserung der Rechtsdurchsetzung in den sozialen Medien. Ziel ist es, Hasskriminalität und andere objektiv strafbare Inhalte, welche nicht mehr von der Meinungsfreiheit umfasst sind und daher für das friedliche Zusammenleben in einer demokratischen Gesellschaft große Gefahren bergen, unverzüglich zu entfernen.
Das NetzDG sieht die Möglichkeit vor, dass soziale Netzwerke die Entscheidung über die Rechtswidrigkeit von Inhalten an eine staatlich anerkannte Einrichtung der Regulierten Selbstregulierung übertragen. Unter welchen Voraussetzungen das Bundesamt für Justiz eine solche Einrichtung anerkennt, ist genau festgelegt.

 

Warum findet eine Zusammenarbeit mit “Medien in die Schule” statt?

Mit der Unterrichtsmaterialreihe „Medien in die Schule“ leistet die FSM seit 2013 einen aktiven und praktischen Beitrag zur digitalen Bildung: Lehrer*innen finden dort für die Sekundarstufen I und II aufbereitete Unterrichtseinheiten und praxisnahe Methoden, um z.B. die sichere Internetnutzung, Smartphones, Hate Speech oder Fake News in den Unterricht aufzunehmen. Die offenen Unterrichtsmaterialien (OER) erhielten bereits mehrere positive Bewertungen durch den Materialkompass Verbraucherbildung des Verbraucherzentrale Bundesverbandes.

 

Welche Rolle spielt Google.org in dem Projekt?

weitklick wird zu 100% von Google.org gefördert. Google.org, der philanthropische Arm von Google, finanziert seit 2018 mit einem 10 Mio. $ - Förderprogramm weltweit Projekte zur Stärkung von Medien- und Nachrichtenkompetenz. So werden z.B. Initiativen wie MediaWise in den USA (in Kooperation mit Poynter Institute) und NewsWise in Großbritannien (in Kooperation mit The Guardian Foundation u.a.) im Rahmen dieses Programms finanziert; in Deutschland geht die Förderung an weitklick. Die Google News Initiative unterstützt das Projekt bei der Vernetzung und dem Austausch mit anderen Initiativen und Partnerinstitutionen.

weitklick wird komplett eigenständig durch die gemeinnützige FSM durchgeführt. Vertreter*innen von Google sind weder an der Konzeption der Inhalte noch an der pädagogischen Umsetzung beteiligt und zu keiner Zeit in die Veranstaltungen mit der Zielgruppe der Lehrenden oder an Schulen eingebunden.

weitklick achtet streng auf die Einhaltung der gesetzlichen Datenschutzregelungen. Personalisierte Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Mehr Details finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.