Kurs I Modul 2 - Medienbildung und Desinformation

Geschätzte Dauer
30 Minuten
Intro

In diesem Modul bearbeiten Sie die folgenden Themen:

  • Veränderung von Bildungsprozessen durch Digitalisierung
  • Desinformation als Herausforderung für Medienbildung
  • Medienbildung und Kompetenzrahmen für den Lernraum Schule
  • Gewandeltes Rollenverständnis der Lehrkräfte
  • Unterrichtsvorschläge zur Thematisierung von Manipulation und Gestaltung von bzw. durch Medien

Jeder Kurs besteht aus zwei Modulen, die immer gleich aufgebaut sind. Sie beginnen mit einem Input, der aus mehreren Infoblöcken bestehen kann. Darauf folgt eine Reflexion zur persönlichen Standpunktbestimmung. Nach einem weiterem Input folgen Unterrichtsideen in der Werkstatt. Jedes Modul schließt mit einem Test ab.

 

Input

Wie verändern sich Lebenswelt, Bildung und Kommunikation durch den digitalen Wandel? Welche Kompetenzen sind für einen Umgang mit dem Thema Desinformation notwendig?  Und welche Kompetenzen muss Medienbildung zu diesem Thema vermitteln? Informationen zu diesen Fragestellungen erhalten Sie in diesem Modul. 

Wie sich unsere Lebenswelt durch die Digitalisierung verändert hat und welchen Einfluss diese Veränderungen auf die Bildung hat, können Sie in der unten stehenden Grafik entdecken.

Klicken Sie auf die Plus-Zeichen im Bild, um die dahinter liegenden Informationen zu sehen.

Warum ist Desinformation ein wichtiges Thema für die Medienbildung?

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Mit der Digitalisierung hat sich unsere Kommunikation und Informationsgewinnung bzw. Informationswahrnehmung radikal verändert. Im Internet und den Sozialen Medien findet sich ein riesiges unüberschaubares Netzwerk an Angeboten und Aktionen. Es gibt permanent (vermeintlich) neue Nachrichten und Informationen, die uns auf unterschiedlichen Wegen und in ganz unterschiedlichen Situationen erreichen. Eine Veröffentlichung oder das Teilen einer Nachricht ist nicht an deren Qualität gekoppelt.  Auch Klickzahlen, sagen nichts über den Wahrheitsgehalt einer Nachricht aus. Die Höhe der Zugriffszahlen bzw. Reichweite ist kein Indiz für Richtigkeit oder Glaubwürdigkeit.

Warum ist Desinformation ein wichtiges Thema für die Medienbildung?

Unter den Bedingungen der Kommunikation im digitalen Raum, in dem potentiell alle alle erreichen können, werden auch Falschinformationen, Fake News und Verschwörungsmythen verbreitet. Desinformation kann Meinungen beeinflussen, irritieren und verunsichern. Am Beispiel der Corona-Krise diskutiert die eigens von der Bundesregierung initiierte Bundeszentrale für digitale Aufklärung die neue Dimension von Desinformation. 

„Systematische digitale Falschmeldungen entwickeln in der Corona-Krise eine völlig neue Durchschlagskraft: Die erhöhte Empfänglichkeit für eine Flut an gezielten Desinformationen bereiten im Netz den Nährboden für Gerüchte und Verschwörungstheorien. (…) Die Gefahr einer virtuell wie real gespaltenen Gesellschaft wächst. Eine Debatte über Aufklärungsstrategien ist dringend geboten, aber auch schwieriger denn je: Zweifellos profitiert die Diskursdynamik im Netz von der Neuartigkeit des Virus und den damit verbundenen offenen Fragen der Wissenschaft, eine Situation, die populistischen Diskursen Auftrieb gibt.“¹

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  1. https://www.bundesregierung.de/breg-de/bundesregierung/staatsministerin-fuer-digitalisierung/bundeszentrale-fuer-digitale-aufklaerung/fake-news-desinformation

Warum ist Desinformation ein wichtiges Thema für die Medienbildung?

Um Desinformation zu begegnen, braucht es also Kompetenzen, die eine differenzierte Bewertung und einen qualifizierten Umgang mit Nachrichten und Informationen ermöglichen. Es müssen Strategien und Kompetenzen für eine kritische Reflexion des Medienangebots entwickelt werden, die auch versteckte Intentionen und verzerrte Darstellungen aufdecken und die individuelle  Rolle jedes*jeder Einzelnen innerhalb der Medienlandschaft thematisieren. Es ist wichtig, auf diese Herausforderung zu reagieren (siehe auch Kurs IV Modul 2):  

  • Im D21-Digital-Index 2019/2020 (Stichprobe: 2.019 Befragte ab 14 Jahren) geben nur 53% der Befragten an, seriöse von unseriösen Nachrichten im Internet unterscheiden zu können.
     
  • In der Studie der Vodafone Stiftung Deutschland gGmbH „Engagiert, aber allein“ von 2019 geben 32% der Jugendlichen (Stichprobe: 664 Jugendliche im Alter zwischen 14 bis 19 Jahren) an, eher unsicher oder sehr unsicher beim Erkennen von Falschnachrichten in Social Media zu sein.
     
  • 66% der Jugendlichen geben in dieser Studie auch an, dass sie durch Fake News negative Folgen für die Gesellschaft befürchten.

Warum ist Desinformation ein wichtiges Thema für die Medienbildung?

Einen weiteren Aspekt führt Prof. Dr. Bernhard Pörksen an. Er thematisiert, dass “neben der vierten Gewalt der Medien (...) eine fünfte Gewalt der vernetzten Vielen getreten ist und wir im digitalen Raum von unterschiedlichen Parallelöffentlichkeiten ausgehen müssen, die sich innerhalb eines eigenen “Selbstbestätigungsmilieus” Gewissheit verschaffen“. Desinformation verbreitet und manifestiert sich so einfacher und schneller, denn jede*r hat die Möglichkeit im Internet Informationen für eigene Interessen zu vereinnahmen, sie emotional aufzuladen und sie für ganz unterschiedliche Kontexte zu  verwenden und eine Öffentlichkeit zu suchen. Die Verantwortung für Veröffentlichungen ist individuell und unterliegt nicht notwendigerweise allgemeingültigen ethischen Prinzipien, Moralvorstellungen oder freiwilligen Selbstverpflichtungen. Medienmündigkeit wird zur Existenzfrage der Demokratie.¹

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  1. Vgl. Pörksen, Bernhard (2018): Die Große Gereiztheit - Wege aus der kollektiven Erregung. München: Carl Hanser Verlag.

“Der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule besteht im Kern darin, Schülerinnen und Schüler angemessen auf das Leben in der derzeitigen und künftigen Gesellschaft vorzubereiten und sie zu einer aktiven und verantwortlichen Teilhabe am kulturellen, gesellschaftlichen, politischen, beruflichen und wirtschaftlichen Leben zu befähigen. Dabei werden gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungsprozesse und neue Anforderungen aufgegriffen.” (1)

Schule ist also gefordert, den digitalen Wandel und damit verbundene Bildungsinhalte und gesellschaftliche Herausforderungen in ihre Lehrpläne zu integrieren. Dazu gehört auch der Umgang mit Desinformation. 

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1. Kultusministerkonferenz (2016): Bildung in der digitalen Welt. Strategie der Kultusministerkonferenz, S. 10.

Im nächsten Abschnitt erfahren Sie, wie die Strategie der Kultusministerkonferenz (KMK) für eine Bildung in der digitalen Welt aussieht.

Arbeiten Sie schon täglich an der Umsetzung der KMK-Strategie auf der Grundlage des Rahmenlehrplans Ihrer Unterrichtsfächer?

Bevor Sie im nächsten Input konkret das Thema Medienkompetenz und Desinformation behandeln, überlegen Sie im nachfolgenden Abschnitt, welche Erfahrungen Sie selbst im Bereich Medienbildung an Ihrer Schule bzw. Bildungseinrichtung schon gemacht haben.

Reflexion

Bei diesen Reflexionsfragen gibt es keine “falschen” und “richtigen” Antworten, vielmehr geht es darum, das eigene Verhalten oder Ihre Einschätzungen zu reflektieren. Die Auswertung zeigt Ihnen, wie die anderen Teilnehmer*innen geantwortet haben.

Input

Desinformation ist ein Thema, das durch die Veränderungen in unserer Medienlandschaft verstärkt in den Fokus gerückt ist und das ein facettenreiches Hintergrundwissen braucht: Um Desinformation kompetent zu begegnen, benötigen Sie zunächst Kenntnisse über die Mediennutzung in der digitalen Gesellschaft und die Meinungsbildungsprozesse im Netz. Darüber hinaus ist es wichtig, die Entstehungsmechanismen und Wirkungsweisen von Desinformation zu kennen, um Strategien für einen wirkungsvollen Umgang mit Falschinformationen vermitteln zu können.

Der nächste Input  zeigt Ihnen, welche Sachkenntnisse, Zusammenhänge und Kompetenzen dafür wichtig sind. Ausführlich werden diese Inhalte dann in unseren weiteren weitklick-Onlinekursen behandelt.

 

Warum ist Desinformation ein Thema in der Schule? 

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Jugendliche treffen im digitalen Raum verstärkt auf Desinformation, auf gefälschte und falsche Nachrichten, Verschwörungstheorien und extremistische und propagandistische Inhalte, die sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung beeinflussen können. Insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene benötigen aber vertrauenswürdige Informationen, um (politische) Ereignisse zu bewerten und eigene Meinungen sowie eine sichere selbstbewusste Persönlichkeit zu entwickeln. Deshalb sind sie auf Lehrer*innen oder Bildungsexpert*innen angewiesen, die ihnen Anknüpfungspunkte bzw. Unterrichtssituationen anbieten, um Mediennutzungsverhalten reflektieren zu lernen, Wirkungsweisen von Desinformation zu erkennen und wirksame Vorgehensweisen dagegen zu entwickeln und auszuprobieren. Medienbildung zum Thema Desinformation ist Teil des Bildungs- und Erziehungsauftrags von Schulen, um Jugendliche und junge Erwachsene auf das gesellschaftliche Leben vorzubereiten.

Wie kann das Thema Desinformation in der Schule aufgegriffen werden?

Das Thema Desinformation kann auf vielen Ebenen in den verschiedenen Unterrichtsfächern behandelt werden. Denn die Auseinandersetzung mit Desinformation kann aus ganz unterschiedlichen Perspektiven relevant sein, z. B. bei der Auswahl von vertrauenswürdigen Studien im Biologieunterricht, der Einschätzung von politischen Positionen in Gesellschaftslehre (bzw. SoWi, Politik, GeWi) oder der Einbindung eines Themas, zu aktuell dem viele Falschinformationen kursieren, in den Unterricht (bspw. der Klimawandel oder der Umgang mit der Corona-Krise).

Aus der Kombination von Medienkompetenzen (die den sechs Kompetenzbereichen der KMK zugeordnet werden können) mit den Fachkompetenzen der einzelnen Unterrichtsfächer können neue Zugänge zur Thematik geschaffen werden und innovative Unterrichtsideen oder Unterrichtsprojekte entstehen.

Damit Sie und Ihre Schüler*innen Desinformation begegnen können, müssen entsprechende Kompetenzen erworben werden. Das Lernziel: Mündige, reflektierte, verantwortungsvolle, autonome Mediennutzung und das Wissen um die eigene Rolle in der Medienlandschaft.

Welche Aspekte von Medienbildung und welche Kompetenzen dabei berücksichtigt werden sollten, können Sie in der untenstehenden Grafik entdecken.

Klicken Sie auf die Plus-Zeichen im Bild, um die dahinter liegenden Informationen zu sehen.

 

Ein großer Teil der Kompetenzen, die Sie in der Grafik kennengelernt haben, wird auch von dem Begriff der Nachrichten- und Informationskompetenz aufgegriffen. Dr. Anna-Katharina Meßmer arbeitet bei der Stiftung Neue Verantwortung im Bereich digitale Nachrichten- und Informationskompetenz und erklärt Ihnen im nachfolgenden Video diese Begrifflichkeit.

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Der Kompetenzerwerb ermöglicht auch einen Perspektivwechsel auf die persönliche Rolle und Selbstwirksamkeit innerhalb der Mediengesellschaft und erweitert die Optionen aktiver gesellschaftlicher Teilhabe. Dies gilt nicht nur für Heranwachsende, sondern ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Auseinandersetzung und Bekämpfung von Desinformation in der mediatisierten Netzwerkgesellschaft braucht neue Konzepte der Medienmündigkeit, ein verändertes bzw. erweitertes Verständnis demokratischer Werte und ein neues Selbstverständnis bürgerlicher Beteiligung. Medienbildung hat hierbei eine wichtige Rolle und trägt dazu bei, solche Ansätze und Modelle in die Praxis zu übersetzen. 

Im nächsten Abschnitt lernen Sie zwei Modelle kennen, die einen zukunftsorientierten, gesamtgesellschaftlichen Blick auf den Umgang mit Medien im digitalen Raum haben. Sie lernen zunächst das Modell des “Digital Citizenship” kennen und anschließend das Modell der “redaktionellen Gesellschaft”.

 

Was bedeutet “Digital Citizenship”?

Im Konzept des “Digital Citizenship” soll der*die digital mündige Bürger*in (Digital Citizen) fähig sein, Medien für eigene Zwecke zu nutzen, selbstbestimmt und sozial verantwortlich im digitalen Raum zu handeln und Partizipationschancen wahrzunehmen (vgl. Mossberger u.a. 2007). Durch Nutzung digitaler Technologien und Kommunikationsformen in allen Lebensbereichen eröffnen sich neue politische und wirtschaftliche Teilhabemöglichkeiten, die sozialer Ungleichheit entgegenwirken können. Mitwirkungsmöglichkeiten an digitalen Diskursen bieten darüber hinaus die Chance, prinzipielle Wertvorstellungen gemeinschaftlich zu diskutieren, Neuorientierung zu finden oder auch vorgegebene Weltanschauungen und ihre Vermittler*innen kritisch zu hinterfragen bzw. sich von ihnen zu lösen.

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Was sind die Herausforderungen einer digitalen Gesellschaft? Videostatement von Herrn Prof. Dr. Stefan Aufenanger zum Thema Digital Citizenship und Medienkompetenz, #meko2014 (Fachkonferenz Medienkompetenz). JFF - Institut für Medienpädagogik. 

Das Modell der “redaktionellen Gesellschaft” des Medienwissenschaftlers Prof. Dr. Bernhard Pörksen führt die oben genannten Kompetenzbegriffe zusammen und bietet damit Anknüpfungspunkte für eine handlungsorientierte emanzipatorische Netzwerkgesellschaft. Sie erhalten zunächst eine Einführung in das Modell.

Was bedeutet die “redaktionelle Gesellschaft”?

Mit der Utopie der "redaktionellen Gesellschaft" entwirft Bernhard Pörksen eine Vision der Medienmündigkeit für das digitale Zeitalter. Das Ziel müsse sein, jede*n dazu zu befähigen, zu eigenen journalistischen Gatekeeper*innen zu werden. Die Werte und Normen des professionellen Journalismus können dafür als Orientierungsrahmen dienen.

Dabei gründen die Überlegungen auf folgenden sieben Prinzipien¹

  1. Prinzip der Wahrheitsorientierung
  2. Prinzip der Skepsis
  3. Prinzip der Verständigung und Diskursorientierung
  4. Prinzip der Relevanz und Proportionalität
  5. Prinzip der Kritik und Kontrolle
  6. Prinzip der ethisch-moralischen Abwägung
  7. Prinzip der Transparenz

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  1. Vgl. Pörksen, Bernhard (2018): Die Große Gereiztheit - Wege aus der kollektiven Erregung. München: Carl Hanser Verlag.

Was bedeutet die “redaktionelle Gesellschaft”?

Die gesellschaftliche und werteorientierte Ebene einer “redaktionellen Gesellschaft”, die sich an journalistischen Prinzipien orientiert, hat gerade im Zusammenhang mit Desinformation eine besondere Bedeutung. Die Prinzipien einer “redaktionellen Gesellschaft” bieten eine gute Möglichkeit für die fachlich-inhaltliche Einbindung von journalistischen Strukturen und den damit verbundenen Diskurs in Medienbildungsangeboten.

Informations- und Nachrichtenkompetenz sowie alle Aspekte der übergreifend formulierten Medienkompetenzbereiche der KMK sind täglich angewendetes Fachwissen im Journalismus. Aktiv mit Journalist*innen zusammenzuarbeiten, ihre Expertise für Medien und den Umgang mit Desinformation in den Lernraum Schule zu bringen und so gemeinsam Medienbildung praktisch umzusetzen, ist daher ein bedeutender Schwerpunkt im Projekt weitklick.

Desinformation ist also ein wichtiges Thema für Medienbildung und Schule. Wie können Sie als Bildungsexpert*in das Thema Desinformation im digitalen Raum in den Unterricht integrieren und dabei von journalistischen Kompetenzen profitieren? Hören Sie dazu die Publizistin, Journalistin und Vorsitzende der Neuen Deutschen Medienmacher*innen e. V., Ferda Ataman, Beiratsvorsitzende von weitklick.

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Die Auseinandersetzung mit dem Thema Desinformation wirft unterschiedlichste Fragen auf und bietet viele Zugänge für die Bearbeitung. Dazu erhalten Sie abschließend noch einige zusammenfassende Anregungen und Anknüpfpunkte.

Welches Wissen ist für die Einordnung und Vermittlung des Themas Desinformation notwendig?

Wandel und Motive der Mediennutzung

Eigene Rolle der Mediennutzung verstehen

Um das Thema Desinformation einordnen zu können muss geschaut werden, wie die strukturellen Veränderungen des Medienmarktes und eine veränderte Mediennutzung zusammenhängen. Welche Medien werden wie und warum genutzt? Und wo treffen Jugendliche auf Desinformation? Welche Medien und Medieninhalte nutzen sie? Welche Funktionen haben Medien für sie? Welche Trends kann aus dem Mediennutzungsverhalten Jugendlicher für eine zukünftige Entwicklung des Medienmarkts abgeleitet werden und welche Probleme ergeben sich daraus? Stichworte sind z. B. die mobile oder die non-lineare Nutzung von Medieninhalten, der Einfluss von Influencer*innen oder die Bindung an Soziale Medien und Messenger und eine damit verbundene Änderung im Kommunikationsverhalten. Mehr Informationen zu diesem Thema bietet Kurs II.

Welches Wissen ist für die Einordnung und Vermittlung des Themas Desinformation notwendig?

Meinungsbildung im digitalen Raum

Medienlandschaft verstehen

In einem weiteren Schritt muss analysiert werden, wie und warum sich Meinungsbildung im digitalen Raum verändert hat. Wer bietet Orientierung? Wer bekommt Aufmerksamkeit und warum? Was hat das mit dem Nebeneinander von journalistischen und nicht-journalistischen Akteur*innen zu tun? Welche Strategien haben Jugendliche für ihre Meinungsbildung im digitalen Raum? Und wie sind sie dabei mit Desinformation konfrontiert? In Kurs III werden diese Aspekte ausführlicher aufgegriffen.

Welches Wissen ist für die Einordnung und Vermittlung des Themas Desinformation notwendig?

Entstehung und Funktionen von Desinformation

Dies führt zur Frage, wie Desinformation entsteht und welche Funktionen sie hat (Kurs IV). Welche Formen von Desinformation gibt es und was hat das mit falschen oder gefälschten Nachrichten, Verschwörungsmythen und extremistischen und propagandistischen Inhalten zu tun? Und wie verbreitet sich Desinformation? Anhand von Beispielen werden diese Fragen in Kurs IV erläutert.

Desinformation erkennen und begegnen

Nicht zuletzt braucht es Wissen, wie Desinformation erkannt und auch begegnet werden kann. Wo und wie kann Desinformation in medialen Zusammenhängen auftauchen? Welche Möglichkeiten gibt es, um Informationen oder Bildmaterial zu prüfen? Recherchemethoden, Bewertungsraster für Informationen, die Anwendung von Fact-Checking-Tools und Bilderrückswärtssuchen sowie die Kenntnis journalistischer Qualitätskriterien und Darstellungsformen sind dabei wichtige Fertigkeiten und Instrumente. Einen Überblick dazu gibt Kurs V.

Werkstatt

Hier finden Sie Vorschläge, wie Sie das Medienangebot im Unterricht analysieren können. Die Sammlung wächst mit Ihren Ideen - es lohnt sich also immer wieder, vorbei zu schauen. Viele weitere Ideen für Ihren Unterricht finden Sie im Bereich “Materialien”.

Test

Jetzt können Sie testen, ob Sie alle Fragen zum Modul 2 schon beantworten können. Viel Spaß dabei!

Sehr schön! Sie haben das Modul jetzt abgeschlossen. Sie haben erfahren, wie sich unsere Lebenswelt und Bildungsprozesse durch die Digitalisierung verändern, wie die KMK diese neuen Anforderungen in ihren Kompetenzrahmen integriert, wie wichtig das Erlernen eines  kompetenten Umgangs mit Desinformation und eine kritische Reflexion von Medieninhalten für eine demokratische Gesellschaft ist und wie sie in Zukunft aussehen könnte. Dies sind alles Aspekte von Medienbildung, die Sie in unserem Kursangebot auf ganz unterschiedlichen Ebenen vertiefen können.

Outro

Hier geht es direkt zu Modul 1 von Kurs 2.

Vielleicht interessiert Sie jetzt aber ein anderes Kursthema? Im Kurs 3 geht es z. B. um Meinungsbildung im digitalen Raum oder im Kurs 4 um Entstehung und Funktion von Desinformation. Einen Überblick zu allen Kursthemen und Modulen finden Sie hier.

Sie wissen, wenn Sie sechs Module absolvieren, dazu eines unserer Webinare oder eine Vor-Ort-Veranstaltung besuchen oder uns Unterrichtsmaterial zur Verfügung stellen, erhalten Sie ein persönliches weitklick-Zertifikat. Dieses Zertifikat enthält die von Ihnen bearbeiteten Inhalte, sowie den Zeitumfang Ihrer Teilnahme.

Geben Sie uns gerne Feedback zu unserem Modul. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung!