Kurs VI Modul 1 - Planung von Fortbildungsveranstaltungen

Geschätzte Dauer
30 Minuten
Intro

In diesem Modul bearbeiten Sie folgende Themen:

  • Journalist*innen als Fortbildungspartner*innen im Lernraum Schule
  • Rahmenbedingungen des Systems Schule
  • Fortbildungsbedarf von Lehrer*innen 
  • Planungshilfe für Fortbildungsveranstaltungen im Lernraum Schule

Jeder Kurs besteht aus zwei Modulen. Der Kurs VI für Journalist*innen bietet in Modul 1 Hintergrundinformationen für die Umsetzung eigener Fortbildungsveranstaltungen für Lehrer*innen. Modul 2 gibt einen Einblick in das Mediennutzungsverhalten, die Meinungsbildung und den Umgang mit Desinformation bei Jugendlichen.

 

Warum sind Sie als Journalist*in ein*e gute*r Fortbildungspartner*in zum Thema Desinformation?

Das Projekt weitklick bietet Schulen bzw. pädagogischem Personal die Möglichkeit, mit Expert*innen aus dem Medienbereich passgenau für ihre Fortbildungswünsche und -bedarfe zum Thema Desinformation zusammenzuarbeiten. Damit das besonders gut gelingt, erfahren Sie in diesem Kurs mehr über die Rahmenbedingungen von Schule und die Anforderungen an Fortbildungveranstaltungen, die Sie im Rahmen des Projekts weitklick gestalten können.

Ferda Ataman_rund
© Sarah Eick

"Kinder und Jugendliche sind besonders beeinflussbar. Es ist wichtig, dass sie Falschinformationen erkennen können und sich eine eigene, faktenbasierte Meinung bilden lernen. Dafür wollen wir Lehrkräfte sensibilisieren."

Ferda Ataman, Beiratsvorsitzende von weitklick
 

Journalist*innen und Lehrer*innen im Dialog

Vernetzt, ko-kreativ, ko-konstruktiv, mobil, global oder individualisiert sind nur einige der Stichworte, die die Veränderungen durch die Digitalisierung aufzeigen. Die öffentliche Meinung wird nicht mehr nur überwiegend durch professionelle journalistische Angebote bestimmt, sondern auch durch die Publikationen nicht-professioneller Prosument*innen. 

Diese Veränderungen führen auch dazu, dass Desinformation in der digitalen Kommunikation und Öffentlichkeit zunehmend zur Herausforderung und damit zum Thema für die Medienbildung geworden ist . Auch Schule hat deshalb die Aufgabe, einen kompetenten Umgang mit Desinformation zu vermitteln. Lehrer*innen sind Bildungsexpert*innen, haben aber im Umgang mit Desinformation nicht die fachliche Expertise von Journalist*innen. 

Um Desinformation zu begegnen, sind insbesondere journalistische Herangehensweisen  hilfreich, weil sie eine differenzierte Bewertung und einen qualifizierten Umgang mit Nachrichten und Informationen ermöglichen. Dafür müssen Strategien und Kompetenzen für eine kritische Reflexion des Medienangebots entwickelt werden, die auch versteckte Intentionen und verzerrte Darstellungen aufdecken und die individuelle Rolle jedes*jeder Einzelnen innerhalb der Medienlandschaft thematisieren. 

Journalist*innen können Auskunft geben, über Zusammenhänge, die sonst vielleicht nur theoretisch erfahrbar oder nicht sichtbar sind. Herausforderungen des journalistischen Alltags können sie aus einer persönlichen Sichtweise benennen.

Im Dialog der Expert*innen können so gute praxisnahe Ideen für die Vermittlung des Themas  Desinformation im Lernraum Schule entstehen, die eng mit der Lebens- bzw. Medienwelt von Schüler*innen verbunden sind. Die Fortbildungsveranstaltungen können so nachhaltig Handlungsimpulse für einen kompetenten Umgang mit Informationen setzen.

Jacob Chammon rund
© Phil Dera

"Als Lehrer und Schulleiter habe ich hautnah erlebt, wie wichtig es ist, dass Lehrkräfte und Schüler*innen für Desinformation sensibilisiert werden und Kritisches Denken als eine zu vermittelnde Kernkompetenz in Schule und Unterricht eingeht."

Jacob Chammon, Forum Bildung Digitalisierung e. V.

 

Auf welche Rahmenbedingungen treffen Sie im System Schule?

Erfahren Sie im nächsten Abschnitt einige grundlegende Eckpunkte zum System Schule, denn bei der Fortbildung von Lehrer*innen bzw. pädagogischem Personal gibt es eine Reihe struktureller Bedingungen zu berücksichtigen.

Klicken Sie auf die Plus-Zeichen im Bild, um die dahinter liegenden Informationen zu sehen.

 

Im nächsten Abschnitt finden Sie einige statistische Angaben zum System Schule. Schauen Sie sich die Zahlen an und ordnen Sie diese dem richtigen Begriff zu. Hätten Sie gedacht, dass fast jede*r 8. Einwohner*in momentan die Schule besucht?

Klassenzimmer

Tagesabläufe und Schulpersonal

Tagesabläufe

  • Die Tagesabläufe in den Schulen und die Aufgabenbereiche des schulischen Personals sind abhängig vom jeweiligen Schulgesetz und der individuellen Umsetzung an den Schulen, also nicht prinzipiell einheitlich beschreibbar. Schulbeginn, Pausenzeiten, Projekttage bzw. -wochen, Turnus und Anzahl verschiedener Schulkonferenzen werden individuell gehandhabt.
     
  • Weitgehend durchgesetzt hat sich die Dauer einer Unterrichtsstunde mit 45 Minuten bzw. einer Doppelstunde mit 90 Minuten. (Lesetipp zur Entwicklung des Schulstundenformats im Lauf der Geschichte unter: https://www.mdr.de/zeitreise/schulstunde-100.html)

Tagesabläufe und Schulpersonal

Schulpersonal

Zum Schulpersonal gehören:

  • Rektor*in/Schulleiter*in, Konrektor*in/Prorektor*in (Stellvertretung), Lehrkräfte mit unterschiedlichem Ausbildungshintergrund (wissenschaftlich, nicht-wissenschaftlich), Lehrkräfte mit besonderen Aufgaben (z. B. Medien, Fortbildung), sozialpädagogische Fachkräfte, sonderpädagogische Fachkräfte, Verwaltungsleitung, Sekretariat, Hausmeister*in. 

Neben dem Schulpersonal gibt es als weiteres gestaltendes Gremium Elternvertretungen.

 

Tagesabläufe und Schulpersonal

Arbeitsanforderungen an Lehrer*innen

Zu den typischen Aufgaben von Lehrer*innen gehören: unterrichten, erziehen, beraten und beurteilen. Konkret bedeutet das die Vor- und Nachbereitung von Unterricht, die Wissensüberprüfung und Beurteilung, administrative Aufgaben, Beratungsgespräche mit unterschiedlichsten Akteur*innen und Beteiligung an der Schulentwicklung.

Darüber hinaus brauchen sie ein hohes Maß an kommunikativer Kompetenz, Teamfähigkeit und Konfliktfähigkeit im Umgang mit Schüler*innen, Kolleg*innen und Erziehungsberechtigten sowie die Bereitschaft zur Fortbildung in fachlicher und allgemeiner Methoden-, Sozial und Selbstkompetenz.

 

Werbeverbot/Sponsoring in Schulen

Bundeseinheitlich ist kommerzielle Werbung in Schulen nicht zulässig. Die entsprechenden Regelungen dazu werden allerdings in den Schulgesetzen, Verordnungen oder Richtlinien der Bundesländer unterschiedlich ausgelegt und gehandhabt. In der Praxis liegt die Entscheidung oftmals in der Eigenverantwortung der Schulen. Dabei ist die Abgrenzung von Werbung zu Information oder Verbraucher*innenbildung nicht immer einfach zu ziehen, ebenso wie zu durchaus zulässigem Sponsoring. Auch wenn die Öffnung von Schule für Partnerschaften, Lernortkooperationen, Expert*innenbesuche oder kostenfreie Unterrichtsmaterialien und Angebote unterschiedlicher (kommerzieller) Akteur*innen durchaus gewünscht ist, sind Transparenz und pädagogische Begleitung bei entsprechenden Angeboten unabdingbar.

Weiterführende Informationen dazu unter: https://www.vzbv.de/pressemitteilung/vzbv-und-vbe-fordern-wirksames-werbeverbot-schulen (abgerufen am: 21.01.2021).

Neutralitätsgebot in Schulen

Lehrer*innen sind dem Neutralitätsgebot verpflichtet. Demnach müssen sie sich im Unterricht u. a. parteipolitisch und weltanschaulich neutral verhalten und im Sinne der freiheitlich-demokratischen Grundordnung des deutschen Grundgesetzes unterrichten bzw. erziehen. Den rechtlichen Rahmen stellen dafür das Beamtenrecht und die Schulgesetze der Länder.

Insbesondere bei der Behandlung des Themas Desinformation können Unterrichtssituationen entstehen, in denen Lehrer*innen ggf. intervenieren müssen, trotz des Rechts auf freie Meinungsäußerung.

Weiterführende Informationen dazu unter: https://www.bpb.de/gesellschaft/bildung/zukunft-bildung/292674/mythos-neutralitaet (abgerufen am 21.01.2021).

Welchen Fortbildungsbedarf im Bereich Medienbildung haben Lehrer*innen, um das Thema Desinformation vermitteln zu können?

Die Relevanz von Fortbildungen für Lehrer*innen und pädagogisches Personal im Bereich Medienbildung und Desinformation ergibt sich aus dem gesellschaftlichen Wandel durch die Digitalisierung und den damit einhergehenden veränderten Anforderungen an Bildungsarbeit.

Klicken Sie auf die Plus-Zeichen im Bild, um verschiedene Perspektiven zum Fortbildungsbedarf zu sehen.

Armin Himmelrath
© Jessica Meyer

"Nur wer gut informiert und orientiert ist, kann sich gewinnbringend an den Kommunikationsprozessen einer demokratischen Gesellschaft beteiligen."

Armin Himmelrath, Bildungsredakteur, Der Spiegel

 

Welche Fragen zum Thema Desinformation und welche Bedenken bei der Behandlung des Themas Desinformation im Unterricht haben Lehrer*innen konkret? Sehen Sie dazu Christina Ewers, Schulleiterin am Berufskolleg Senne.

Third-party content

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Miniaturbild
Was müssen Sie bei der Planung einer Fortbildungsveranstaltung bedenken?

Wenn Sie gerne als Dozent*in das Projekt weitklick unterstützen möchten, kümmert sich das Projektteam um alle Absprachen mit den Schulen, Fortbildungseinrichtungen bzw. Lehrer*innen und pädagogischem Personal. So können die jeweiligen Fortbildungswünsche passgenau berücksichtigt werden.

Da in der momentanen Situation nur online Veranstaltungen durchgeführt werden, kümmert sich das weitklick-Team um ein entsprechendes Onlinetool für die Durchführung der Fortbildungsveranstaltung bzw. checkt die technischen Möglichkeiten vor Ort. Darüber hinaus stellt Ihnen das Projektteam auch Materialien wie ein Präsentationstemplate, Handout etc. zur Verfügung. Sie sind also wirklich als Expert*in für die Inhalte verantwortlich - in einer klassischen Dozent*innenrolle.

Die nachfolgenden Fragen können Ihnen bei der Vorbereitung und Umsetzung Ihrer Fortbildungsveranstaltung helfen.

 

Zum Abschluss können Sie hier die Überlegungen zur inhaltlichen Vorbereitung und Methodik als pdf-Dokument herunterladen. Wir freuen uns schon jetzt auf Ihren Beitrag!

Checkliste
© weitklick

Checkliste für die Vorbereitung von Fortbildungsveranstaltungen

Bitte öffnen Sie mit der rechten Maustaste die pdf-Datei in einem neuen Fenster oder einem neuen Tab.

 


 

 

Outro

Hier geht es direkt zu Modul 2 dieses Kurses. Vielleicht interessiert Sie jetzt aber ein anderes Kursthema, das sich an Lehrer*innen richtet? Im Kurs II geht es z. B. um Wandel und Motive der Mediennutzung oder im Kurs III um Meinungsbildung im digitalen Raum. Einen Überblick zu allen Kursthemen und Modulen finden Sie hier.

Darüber hinaus finden Sie auf weitklick.de Videostatements von Expert*innen aus den Bereichen Journalismus und Bildung zu den verschiedenen Kursthemen oder aktuelle Webinare.

Geben Sie uns gerne Feedback zu unserem Modul. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung!